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Hilfe bei Hufrehe


Hufrehe

Das Thema, das mich am meisten beschäftigt. Leider. Denn Hufrehe betrifft mittlerweile so viele Pferde/Ponys/Esel mindestens einmal im Leben. Und gleichzeitig wissen wir zwar viel über diese Erkrankung, aber noch nicht genügend. Zusätzlich gibt es viele Behandlungsansätze, von denen aber kaum welche wissenschaftlich fundiert untersucht wurden. Für betroffene Pferdebesitzer ist dann guter Rat oft teuer und man hört von allen Seiten zig Vorschläge und Ideen.

Auch in meiner Ausbildung bei der DHG e. V. war Rehe ein großes Thema. Hier gibt es eine Reihe von Punkten die vielfach praxiserprobt sind.

An dieser Stelle soll es deswegen v. a. darum gehen, wie ihr eurem Pferd/Pony/Esel helfen könnt, wenn es von Rehe betroffen ist.

Notfallplan

für einen akuten Reheschub (bitte tierärztlich abklären lassen):

  • Pferd auf weichen Boden stellen (Sand, Sägespäne, dicke Strohmatratze). Das entlastet die schmerzenden Hufe. Außerdem müssen einige Pferde in einem akuten Schub auch viel Liegen, weil die Schmerzen unerträglich werden. Das sollte man sie auch lassen, denn auch so werden die beschädigten Hufe entlastet.
  • Wege möglichst kurz gestalten, das Pferd soll nur so weit wie unbedingt notwendig gehen müssen. Daher z. B. das Trinkwasser in direkter Nähe stehen lassen.
  • Jede Art von Stress vermeiden…es ist z. B. keine gute Idee das Pferd allein in der Box stehen zu lassen, wenn alle anderen draußen sind.
  • Hufe polstern: das solltet ihr euch am besten einmal von einem Hufmenschen oder Tierarzt zeigen lassen. Denn dabei kann man durchaus Fehler machen. Wichtig ist v. a., dass die Hufbeinspitze keinen zusätzlichen Druck erfährt und man die Stellung des Hufes nicht verändert (z. B. durch hinten höher stellen). Dazu eignet sich ein Verband oder gepolsterte Hufschuhe.
  • Eine Hufbearbeitung macht während einer akuten Phase meistens keinen Sinn (abgesehen von wenigen Ausnahmen). Erst, wenn das Pferd wieder einigermaßen ohne Schmerzen stehen kann, sollte man auch die Hufe wieder angehen. Bitte beschlagt eure Pferde in der akuten Phase nicht! Allein das Anbringen der Eisen belastet euer Pferd zusätzlich!

Das gleiche gilt für osteoplastische Behandlungen! Auch sie machen erst zu einem späteren Zeitpunkt Sinn!

  • Wägt den Einsatz von Medikamenten, aber auch von allen naturheilkundlichen Mitteln immer gut ab. Sie können helfen, im Einzelfall aber auch weiter in den Schub hineinführen oder das Pferd im Schub halten.
  • Überlegt wirklich gut was ihr eurem Pferd in dieser Zeit füttern wollt. Gerade wenn die Ernährung Teil der Ursache ist. Ideal ist eine angemessen Menge Heu (sprecht euch hier mit einer fachkundigen Person ab, oder haltet euch zumindest an die allgemein bekannte Faustformel). Man kann das Heu auch noch ca. 1 Std lang vor der Fütterung einweichen. Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass man dadurch den Zucker- und Fruktangehalt senken kann.
  • Kryotherapie

Kryotherapie

Besonders hervorheben möchte ich bei der Behandlung in der akuten Phase die Kryotherapie. Hier gibt es tatsächlich wissenschaftliche Erkenntnisse, die auf eine Wirksamkeit hindeuten. Damit sie wirken kann werden beide Vorderbeine vom Karpalgelenk abwärts über einen Zeitraum von 72 Stunden gekühlt. Das ganze macht nur Sinn, wenn ihr wirklich bereit seid 72 Stunden durchgehend zu kühlen. Was man häufig sieht ist, dass den Pferden die Beine immer wieder abgespritzt werden oder sie in Eimern stehen. Das hilft nicht! Ihr habt dann „Wechselbäder“. Ihr braucht aber durchgehende Kühlung! Ihr müsst euch also Eis besorgen, am besten Crushed Eis. Das gibt es im Supermarkt oder in der Tankstelle. Bitte plant ein, dass ihr dafür entweder eine sehr große Tiefkühltruhe braucht oder sehr häufig fahren müsst. Im Sommer könnt ihr damit rechnen, dass ihr alle 2-4 Stunden schon nachfüllen müsst. Ihr müsst das auch in der Nacht machen! Dabei müssen die Beine regelmäßig kontrolliert werden damit es zu keinen Erfrierungen kommen kann.

Kryoboots

Um das Eis am Pferd zu halten könnt ihr euch entweder selber etwas basteln oder euch sogenannte Kryoboots, (Ice boots) von mir leihen.

Kryoboots beispielhaft an einem Bein angebracht

Kryoboots-Verleih

Wenn ihr hier aus der Gegend seid, kann ich sie euch gern bringen oder ihr holt sie direkt bei mir ab.

>> Preise und Konditionen Kryoboot-Verleih.

Merke: Je schneller und konsequenter die Kühlung bei akuter Hufrehe beginnt, desto größer die Chance, schwere Folgeschäden zu verhindern. Immer in enger Absprache mit dem Tierarzt handeln! Kryotherapie ersetzt keinen tierärztliche Behandlung!

Durch konsequente Kühlung in der Frühphase lässt sich diese Schädigung nachweislich verringern oder sogar verhindern (Studien: Pollitt et al., 2003 ff.).

Wer sich hier noch weiter informieren will, kann gern auf die Seite der DHG e. V. – Deutsche Huforthopädische Gesellschaft e. V. gehen.

Nach dem akuten Schub:

Wichtigster Grundsatz ist: Ursache finden und abstellen!

Nur so kann euer Pferd/Pony/Esel dauerhaft aus der Rehe finden. Leider sind das selten schnell zu behebend Sachen, wie Rehe durch Medikamente oder Überbelastung. In den allermeisten Fällen ist man lange, wenn nicht sogar die restlichen Lebensjahre des Tieres damit beschäftigt.

An dieser Stelle möchte ich wirklich betonen:

Hauptrisiko Faktor für Rehe ist Übergewicht in Kombination mit zu wenig Bewegung!!!

Schlanke Pferde, die regelmäßig bewegt werden und in einigermaßen stressfreier Umgebung leben dürfen(Herdenstruktur, Haltung, ect.) haben den besten Schutz!

In der Nachsorge, nach dem akuten Schub, braucht ihr v. a. einen guten Plan. Was wird wann, wie und in welchen Mengen gefüttert? Wann und wie kann ich mein Pferd wieder bewegen? Wie kann ich ggf. auch Stress für mein Pferd/Pony/Esel reduzieren (Stress kann auch eine Rehe wieder aufflammen lassen).

Vorsorge ist besser als Nachsorge:

Tatsächlich kündigt sich eine Rehe oft schon lange vorher an, wenn man die Zeichen richtig deuten kann. So könnt ihr schon früher reagieren und ggf. Schlimmeres verhindern. Anzeichen, die man im Auge haben sollte:

  • Offensichtliche Gewichtszunahme und/oder Sattel passt nicht mehr.
  • Fühligkeit oder euer sonst sehr flottes Pferd ist plötzlich im Schleichgang unterwegs. Es kann auch sein, dass es insgesamt klamm geht.
  • Erhöhte, spürbare Pulsation an den Beinen (am besten spürbar, teils sogar sichtbar an den Vorderbeinen, v. a. im Fesselbereich)
  • Viele Rillen entlang der Hufe und/oder eine gezerrte Blättchenschicht, besonders wenn sie zusätzlich Einfärbungen aufweist
  • Auffällige Fettablagerung (kann auch bei ansonsten schlanken Pferden sein): Über und unter den Augen, am Mähnenkamm, den Schultern, an der Kruppe oder vorm Euter
  • Bereits vorhandene Stoffwechselprobleme verschlechtern sich oder kommen neu dazu!

Huforthopädie

Wie wichtig Huforthopädie auch im Allgemeinen für die Gesundheit deines Tieres ist, erfährst du auf meiner Seite Huforthopädie.

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